Gottesdienst unterm Gipfelkreuz

Einen Bogen von seinen neuen Wanderschuhen zum Glauben schlug Pfarrer Alexander Kohl bei der traditionellen Bergmesse auf dem Kl. Arber. Beste Witterungsbedingungen herrschten am Sonntagvormittag und so war es nicht verwunderlich, dass sich 200 Personen zu Fuß, mit dem Rad und sogar mit dem Bus zum Kl. Arber aufmachten.

Unter dem Gipfelkreuz wurde, wie jedes Jahr seit der Errichtung im Jahre 1964, die Bergmesse für die verstorbenen Präsides und Mitglieder der Kolpingsfamilie Bodenmais gefeiert, die von einer Bläsergruppe des Knappschaftsvereins mit der Waldlermesse musikalisch umrahmt wurde.

Vorsitzender Tobias Krenn begrüßte alle Gäste aus Nah und Fern und seine Kolpingschwestern und -brüder ganz herzlich und freute sich über den zahlreichen Besuch. „Wir feiern diesen Gottesdienst auch für unsere verstorbenen Mitglieder, denen wir viel zu verdanken haben und die uns vorausgegangen sind und uns allen ein Zeugnis des Lebens und des Glaubens hinterlassen haben“, sagte der Vorsitzende.

Er erinnerte an die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder Evi Hastreiter, Erwin Wölfl, Hans Wenzl (Sandelschneider) und Karl Hailand. Das Musikantenquartett spielte die im Oktober 1952 von Ferdinand Neumaier komponierte und von Eugen Hubrich getextete Waldlermesse und die Gläubigen sangen lautstark mit.

Die Lesung trug Uli Rechenmacher vor und die Fürbitten wurden von den 5 Ministranten gelesen. In seiner Predigt sagte der Geistliche: „Beim Wandern braucht man gute, eingelaufene Schuhe – genauso braucht auch der Glaube, Tiefe, Übung und Halt. Ein Glaube mit „Profil“ hilft in schwierigen Lebenslagen nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Wie Wanderschuhe müssen auch wir den Glauben im Alltag einlaufen, damit er in Krisen nicht drückt oder fremd wirkt. Glaube ist kein Besitz für immer – wie Schuhe nutzt er sich ab und muss gepflegt, hinterfragt und erneuert werden. Jesus sendet uns los – mit dem, was wir haben – und geht als treuer Wegbegleiter mit, Schritt für Schritt.“

Nach dem Segen dankte Pfarrer und Präses Kohl für die Mitfeier und sagte, dass es nicht selbstverständlich sei, dass bei einer solchen Bergmesse eine solch hervorragende Musikgruppe mitwirkt. Der große Applaus bestätigte die Worte des Pfarrers.

Kohl begrüßte auch den Leiter der Arber-Bergbahnen, Thomas Eckl und lud zur Arberkirchweih am 24. August sehr herzlich ein und sagte, dass in diesem Jahr auch Bischof Rudolf Vorderholzer zu dieser ältesten Bergfeier des Bayerischen Waldes kommen werde.

Die Mitglieder des örtlichen Schiclubs mit ihrem Präsidenten Xaver Drexler bewirteten auf der Chamer Hütte die Gäste dann bestens, so dass am Spätnachmittag die Besucher gut gestärkt den Heimweg antreten konnten.