Kolping vor Ort
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Kolping-Nikolausaktion
Der 5. Dezember – für viele Familien in Kösching ein Tag, an dem die Spannung steigt wie der Puls eines Fußballfans im Elfmeterschießen. Denn da zieht die Kolpingsfamilie ihre traditionelle Nikolausaktion durch. Damit das Ganze nicht im Chaos endet, braucht es natürlich Profis.
Angelika und Franz Heckl haben wieder einmal die Regie übernommen – und das mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Ohne sie würde der Nikolaus vermutlich noch heute irgendwo zwischen Krampus und Esel im Stau stehen.
Eine besondere Herausforderung für das Team war eine Familie, die Englisch besser als Deutsch kommunizieren konnte. Aber auch das wurde gemeistert, so nach dem Motto: „Mir kenna ois, a Neideitsch!“ :).
Mit 102 Haushalten und 205 Kindern allein in diesem Jahr war klar: Die Esel der 7 Nikolausteams wurden durch Kösching getrieben, wo die Kinder schon mit klopfenden Herzen warteten. Das Klopfen kam übrigens nicht von ihnen, sondern vom Krampus an der Haustür – ein Geräusch, das für spontane Stille im Wohnzimmer sorgt.
Wenn der Nikolaus dann sein goldenes Buch aufschlägt, wird es richtig spannend. Meist gibt es Lob, manchmal auch einen kleinen Tadel – dezent unterstützt durch das finstere Grinsen des Krampus. Aber am Ende gibt es natürlich Geschenke, strahlende Kinderaugen und das Versprechen, im nächsten Jahr wieder brav und hilfsbereit zu sein.
Die Aktion ist kostenlos, Spenden werden aber gerne angenommen. Dieses Jahr kamen stolze 1995 € zusammen, die an Kinderhilfswerke weltweit verteilt wurden – von München bis Nepal, von Gambia bis Malawi.
Nach dem Nikolaus ist vor dem Nikolaus Und während alle noch die Geschenke bestaunen, beginnt für Ilse Deindl die wahre Arbeit: Gewänder reinigen, Mitra polieren und Ruten entwirren. Denn nur so kann der Nikolaus nächstes Jahr wieder glänzen – und die Kinderaugen erneut zum Leuchten bringen.
Der Nikolausabend in Kösching ist eine Mischung aus Hochspannung, Herzklopfen, Gesang, Geschenken und einer Prise Humor. Und egal ob Kind oder Erwachsener – am Ende bleibt das Gefühl: Der Nikolaus kommt nicht nur mit Gaben, sondern auch mit einer großen Portion Gemeinschaft und Freude.
