Maria – Königin des Friedens

 

Liebe Kolpinggeschwister!

Wenn ich mich im Monat Mai mit älteren Menschen unterhalte, schwärmen manche aus Begebenheiten ihrer Jugend. Ja, damals, da waren die Maiandachten noch feierlicher, alle Generationen waren in den Kirchen oder an den Grotten im Freien versammelt.

Liebevoll wurden die Marienstatuen geschmückt, auch in den Häusern gab es Ecken, in denen die Mutter Gottes verehrt wurde. Jeden Tag traf man sich in den Familien, aber auch in Kirchen und Kapellen, um zur Gottesmutter zu beten, um sie um ihre Hilfe anzuflehen. Der Blick zurück lässt uns schon nostalgisch werden.

Aber gibt es das nicht auch noch heute in unserer Zeit? Ich meine, auch in unserer Zeit treffen sich Menschen, zwar nicht mehr so oft, wie damals, um die Sorgen und Anliegen vor die Gottesmutter zu tragen. Ich denke da an so manche Kolpingsfamilie, die traditionsgemäß die Maiandacht im Kalender stehen hat. Ja, auch heute treffen sich Menschen, junge und alte, die miteinander die Gottesmutter bitten, dass sie ihnen helfen soll.

Ich glaube, wir alle haben ganz besonders in dieser Zeit viel zu bitten und auch zu erbeten. Ich denke da nur an die grausamen Kriege, die bei uns gleichsam in Reichweite toben. Sei es in der Ukraine und im Nahen Osten. Oder auch, dass der innere Friede in unserem Land wackelt. Allein das sind Gründe für uns alle, unsere Stimmen Richtung Gott, Richtung Jesu zu schicken.

Jesus selber hat uns am Kreuz seine Mutter als unsere Mutter gegeben. Wir alle wissen, dass wir in unserem Leben in schwierigen Situationen zu unserer leiblichen Mutter gehen und gingen. Dort haben wir uns aufgehoben gefühlt. Sie konnte und kann mitfühlen, wie es einem, wie es einer zu Mute ist, wenn die Schwierigkeiten über den Kopf wuchsen.

In der lauretanischen Litanei wird Maria auch Königin des Friedens bezeichnet. Durch das Gebet zu ihr, wurde in der Geschichte so manche Gefahr, mancher Krieg abgewendet. Flehen wir also Maria unsere Gottesmutter an, dass auf der Welt, aber auch in unserem Land äußerer, aber auch innerer Friede herrschen möge.

Dies wünscht Euch
Euer Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Bild von Nick Stafford auf Pixabay