Verhülltes Kreuz

 

Liebe Kolpinggeschwister,

mittlerweile sind wir im Monat März angekommen. In diese Tage im März fällt die Fastenzeit. Zunächst werden die Kreuze mit einem violetten Tuch verhüllt. Besonders in den beiden letzten Wochen der Fastenzeit, der Passionszeit werden die Kreuze mit einem weißen Tuch verhüllt sein. So wurde es in meiner Heimat praktiziert.

Das Kreuz steht in den Tagen der Fastenzeit im Mittelpunkt. Wir machen uns auf den Weg mit Jesus und folgen ihm auf dem Weg des Leiden bis hinaus nach Golgotha. In vielen Kolpingsfamilien werden in der Fastenzeit traditionsgemäß Kreuzwege gebetet. Das ist ein schönes Zeichen, das wir miteinander weiter pflegen wollen.

Die Verhüllung der Kreuze deutet auf Besinnung und Verzicht hin. Wir konzentrieren uns auf Jesus, der den Weg des Leiden bis zu seinem Tod am Kreuz gegangen ist. Mit der Verhüllung wird aber auch gezeigt, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern dass es danach Hoffnung, ja Erlösung gibt.

Auch werden wir eingeladen zur inneren Einkehr. Wir sollen über unser Verhältnis zu Gott, zu den Mitmenschen und zu uns selber nachdenken. Unser spirituelles Leben soll eine Vertiefung erfahren. Beten wir in dieser Zeit öfters den Kreuzweg. Versuchen wir im Gebet, dass das Verhältnis zu Gott wieder neuen Schwung bekommt.

Im Mittelalter waren die sogenannten „Gemmenkreuze“ sehr verbreitet. Sie wurden mit Edelsteinen, Perlen und filigranen Arbeiten verziert. Diese Kreuze zeigten Christus mit Heiligenschein und Krone. Durch die Verhüllung lenkte man den Blick wieder auf das Wesentliche. Im Mittelpunkt der Betrachtung sollte das Leiden Jesu Christi stehen.

So wünsche ich Euch allen, dass ihr während der diesjährigen Fasten- und Passionszeit euren Blick auf das Zentrale unseres Glaubens – Jesus – richtet. Versucht im Beten des Kreuzweges all diejenigen Menschen mit hereinzunehmen, die ein schweres Leid zu tragen haben.

Euer Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses