Zeuge der Auferstehung sein

 

Liebe Kolpinggeschwister!

Wir erleben es jetzt in diesen Tagen ganz besonders. Die Natur kommt langsam aus dem Winterschlaf, die Bäume und Sträucher, ja die ganze Natur fängt an zu grünen und zu blühen. Bald wird das kahle und triste in der Natur Vergangenheit sein und alles steht in Vollpracht.

Die Tage der Vorbereitung auf Ostern, die Fastenzeit, das Trübe, das Abmühen liegen hinter uns. Viele von uns haben es ernst gemacht und sich Vorsätze für die geprägte Zeit gegeben. Sie haben es durchgehalten, damit das Osterfest zu etwas Besonderem werden kann.

Ja, Ostern schenkt uns allen neues Leben. Wir dürfen unser Leben mit der österlichen Freude begehen. Durch die Auferstehung Jesu Christi hat unser Leben eine neue Perspektive. Das können wir mit ruhigem Gewissen feiern.

Ostern hat eine durchschlagende Wirklichkeit. Jesus gibt sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern immer wieder zu erkennen und sagt damit: der Tod hat keine Macht mehr, neues Leben wird euch geschenkt. Das, was mit mir geschehen ist, wird euch nach eurem irdischen Leben erwarten.

Die Evangelien der Sonntage nach Ostern zeigen uns immer wieder: Er lebt. Zuerst zeigt er sich den verängstigten Jüngern, die sich eingesperrt hatten. Bei seinen Besuchen sagt er als Erstes zu ihnen den Gruß des Friedens.

Beim dem Treffen mit Thomas nimmt ihn Jesus ganz besonders in seine Obhut, der erst glaubt, wenn der Zeichen hat, wenn er selbst seine Finger in die Wunde legen kann. Das ist für uns ein Zeichen: wir können darauf vertrauen, dass das Wort über Jesus stimmt, mehr brauchen wir nicht.

Ein zweites Mal begleitet er die Jünger nach Emmaus. Die Beiden sind, wie es in der Bibel heißt, mit Blindheit geschlagen. Nicht einmal, als er ihnen die Schrift erklärt, wieso das so sein muss, erkennen sie ihn. Aber die Erleuchtung kommt erst, als er mit ihnen bei Tisch sitzt und das Brot mit ihnen teilt. Da wird die Traurigkeit von ihnen genommen und sie sind voll Freude über die Erkenntnis, dass Jesus lebt. Es ist wirklich wahr.

Die nächste Begegnung ist, wie er zu den Jüngern an den See kommt. Erfolglos kommen sie vom Fischen zurück. Nichts gefangen. Sie sind am Ende. Aber Jesus ermuntert sie, nochmals hinauszufahren, und die Netze auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen. Und siehe da: es klappt. Jesus nimmt die Jünger beim Kohlenfeuer in Empfang. Er will mit ihnen Mahl halten. Jedes Mal bildet er Gemeinschaft.

Für mich sind diese Stellen in den Evangelien nach Ostern immer wieder bewegend. Im Vertrauen auf ihn können wir zum Erfolg kommen. Wenn wir uns an seine Botschaft halten, können auch wir unser Leben sinnvoll gestalten. Wir brauchen nicht alles bis ins Letzte ertasten und auch nicht erkennen. Nur wenn wir uns immer wieder an Jesus Christus halten, können wir alle Lichtträger und überzeugte Gläubige sein. Nur mit ihm können wir unser Leben meistern.

So wünsche ich euch mit einem Treu Kolping ein gesegnetes Osterfest, verbunden mit dem Wunsch, dass jede und jeder von uns eine Zeugin, ein Zeuge des Auferstandenen sein kann.

Euer
Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Foto von Vadim Sadovski auf Unsplash