“Das Christsein auch nach außen tragen“

 

Rund 80 Mitglieder der Kolpingsfamilien Abensberg, Altmannstein, Kelheim, Kösching, Langquaid, Neustadt/Donau, Pförring, Rohr, Riedenburg und Siegenburg, die alle dem Kolpingwerk Bezirksverband Kelheim angehören, trafen sich am Nachmittag des Palmsonntages zum traditionellen Bezirkskreuzweg in Rohr.

Die Rohrer Kolpingsfamilie unter ihren Präses Pater Fabian Jürgens und ihrer Liturgiereferentin Edith Bigl, hatten einen sehr ansprechenden Kreuzweg unter dem Thema „Kreuze – durch kreuzt werden!“ mit 14 Stationen zusammengestellt, der von der Thematik eher in einen Kirchenraum als auf einen Rundweg im Freien, wie es sonst bei den Bezirkskreuzwegen üblich ist, passte.

Die Kolping-Bezirksvorsitzende Sabine Dräger aus Riedenburg und Bezirkspräses Pfarrer Wolfgang Stowasser aus Altmannstein zeigten sich in ihrer Begrüßung am Rohrer Kirchplatz erfreut, dass so viele Kolpingmitglieder aus allen 10 Kolpingsfamilien des Bezirks zu dieser Kreuzwegandacht nach Rohr gekommen sind und im gemeinsamen Beten die heilige Woche beginnen.

Dabei sprachen sie den Verantwortlichen der Kolpingsfamilie Rohr auch einen Dank für die Vorbereitung dieses Kreuzweges aus. Im Namen der Kolpingsfamilie Rohr hatte die 2. Vorsitzende Martina Neumayer die Teilnehmer begrüßt und zum Mitbeten dieses Bezirkskreuzweges in die Rohrer Asamkirche eingeladen.

Der Rohrer Kolpingpräses Pater Fabian Jürgens OSB ging in seiner Einführung auf die Kreuzwege eines Lebens ein, die neben schönen Stunden der Begegnung und Erinnerungen auch durch plötzliche Schicksalsschläge auch unser Leben regelrecht „Durchkreuzen“ können. Auch Jesu Leben wurde „Durch-kreuzt“. Aber er hat den Weg angenommen, der ihm vorgezeichnet war, hat sein Kreuz getragen und ist für uns Menschen ans Kreuz gegangen.

In diesem Kreuzweg wurden an den 14 Stationen unser „durch-kreuztes Leben“, das Leben von Jesu und dessen Sterben am Kreuz, aber auch dass aus diesem Kreuz Jesu Leben entstanden ist, ewiges Leben bis hin zur Auferstehung einer eingehenden Betrachtung unterzogen. Diese wurden abwechselnd von Präses Pater Fabian sowie den Lektoren Edith Bigl und Klaus Hagner vorgetragen.

Dabei wurde den Teilnehmern als Richtschnur ein kleinfingerdickes Aststück in die Hand gedrückt, die die einzelnen Gefühlswelten vom „geraden Weg“ über das „Gespannt sein“ an der dritten Station beim ersten Zusammenfall unter dem Kreuz, über die „Belastung des Aststückes bis zum Äußersten“ am zweiten Zusammenfall an der siebten Station, dem „Anknacksen“ beim dritten Zusammenfall an der neunten Station bis zum „Durchbrechen“ beim Sterben am Kreuz an der 12. Station sinnbildlich vor Augen führte.

Nach dem Verklingen der Betrachtungen an der 14. Station – der Grablegung-, durften sich die Teilnehmer von den im Mittelgang des Kirchenschiffes ausgelegten farbigen Tüchern ein kleineres Stück Holz, das mit einem Faden umwickelt war, nehmen. Mit dessen Hilfe durch das Legen des kleinen Holzstückes auf die Bruchstelle des Aststückes und umwickeln mit dem Bindfaden ein tragfähiges Kreuz entstanden ist.

Dieses Kreuz soll als Erinnerung an diesem Bezirkskreuzweg dienen, ein Zeichen für einen Anfang in ein neues Leben sein und uns ermutigen, dass wir unser „Christsein“ auch nach außen tragen dürfen. Im Anschluß trafen sich die Teilnehmer zu einem geselligen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Gasthof Sitxt.

Bericht und Bild: Martin Haltmayer