Pfarrer Gerhard Pöpperl referiert beim Bezirkseinkehrtag

Die Kolpingsfamilie Pfaffenberg war am Sonntag Gastgeber beim jährlich stattfindenden Einkehrtag des Kolpingbezirks Donau. Nach der gemeinsamen Teilnahme am Sonntagsgottesdienst in der Pfaffenberger Pfarrkirche ging es in das Gasthaus „Zum gemütlichen Treff“.

Dort begrüßte Bezirksvorsitzender Herbert Edenhofer neben den Kolping-Mitgliedern aus Pfaffenberg und Mallersdorf auch Vertreter der Kolpingsfamilien Bogen, Deggendorf, Plattling, Schwarzach, Straubing und Viechtach und vor allem den Referenten, Pfarrer Gerhard Pöpperl aus Straßkirchen.

Gerhard Pöpperl war u.a. lange Jahre als Direktor der Diözesanstelle Berufungspastoral tätig, bevor er im Jahr 2023 die Pfarreiengemeinschaft Straßkirchen-Irlbach-Schambach übernahm. Zu Beginn seines Vortrags mit dem Thema „Auf Kolpings Spuren“ merkte der Referent an, bisher nur wenig Berührungspunkte mit dem Thema Adolph Kolping gehabt zu haben.

Gleichwohl war offensichtlich, dass er sich fundiert mit der Persönlichkeit und dem Wirken Kolpings befasst hatte, zumal sein Vortrag interessante Aspekte beleuchtete und auch neue Blickwinkel eröffnete. Zunächst hob er hervor, dass sich ein Verein stets über ein klares Profil definiere.

Um ein solches Profil in Bezug auf eine Kolpingsfamilie zu erschließen, nahm er die Zuhörer mit auf die Suche nach prägenden Spuren im Leben und Wirken Kolpings. So stammte Adolph Kolping aus einfachen Verhältnissen und erlernte das Handwerk des Schusters, bevor er mit 22 Jahren erkrankte und seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte.

Mit Unterstützung durch eine Wohltäterin holte er das Abitur nach, studierte Theologie und wurde schließlich mit 31 Jahren zum Priester geweiht. Da er die Nöte der Zeit erkannte, machte er es sich zum Lebenswerk, Gesellenvereine und Gesellenhospize zu gründen, die jungen Arbeitern sozialen Halt und Unterkunft boten und sie zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung anleiteten.

Aus dem Wirken und den Prinzipien Kolpings leitete der Referent anschließend vier Pfeiler ab, die das Profil einer Kolpingsfamilie ausmachen und sich auch auf die Kirche allgemein übertragen lassen: im sozialen und geistigen Sinne als Familie zu fungieren und ein Zuhause zu bieten, solidarischen Zusammenhalt zu pflegen und die eigenen Werte und Prinzipien unter effektiver Nutzung der Medien wirksam weiter zu kommunizieren.

Der Referent erläuterte diese Aspekte detailreich und gab den Zuhörern wertvolle Impulse mit auf den Weg. Er scheute sich aber auch nicht, Schwachstellen offen anzusprechen, wie etwa die Tatsache, dass die Kirche aktuell oft mehr als Dienstleister und weniger als geistig-religiöse Familie wahrgenommen werde.

Am Ende seines Vortrags gab es kräftigen Applaus und Herbert Edenhofer bedankte sich herzlich bei Pfarrer Pöpperl für den bemerkenswerten Vortrag sowie die „Auffrischung“ des Kolping-Verständnisses und überreichte als Dankeschön ein schönes Stück Geselchtes. Nach dem gemeinsamen Mittagessen klang der Einkehrtag mit einem gemütlichen Beisammensein aus. (ha)