November – ein Monat der Besinnung und Hoffnung

 

Liebe Kolpinggeschwister!

Wir alle merken und spüren es: Der November ist ein besonderer Monat. Die Tage werden kürzer, die Natur legt ihr farbenprächtiges Kleid ab, die letzten Blätter fallen von den Bäumen und es kehrt eine eigentümliche Ruhe und Stille ein. Die Landschaft wird schlichter, die Abende werden länger, und die Gedanken richten sich mehr nach innen.

Mir kommt es oft so vor, dass auch die Schöpfung selbst einen Augenblick innehält. So lädt uns der November ein, langsamer zu werden. Er erinnert uns daran, dass unser Leben nicht nur aus dauerndem Aufbruch, Wachstum und Aktivität besteht. Es kennt auch Zeiten des Abschieds, der Trauer, der Stille und des Wartens.

Wir sollen in dieser Zeit innehalten, zur Ruhe kommen, nach innen zu schauen und über die wesentlichen Dinge des Lebens nachzudenken. Denn um uns herum herrschen ständig Hektik, Lärm und wir sind immer auf dem Sprung.

Im November werden wir auch an die Vergänglichkeit unseres Lebens erinnert. Ein Zeichen dafür ist es, dass wir zum Friedhof gehen, unsere Gräber schmücken und Lichter entzünden, die uns an Christus erinnern sollen.

Er hat das Licht in unsere Welt gebracht und unserem Leben damit Sinn gegeben. Durch unseren Glauben wissen wir: Der Tod gehört zum Leben, auch wenn wir ihn im Alltag oft oft aus unserem Alltag/Bewusstsein verdrängen.

Der November ist auch eine Einladung zur Dankbarkeit. Wir erleben viele Begegnungen, glückliche Augenblicke, unerwartete Hilfe und Menschen, die uns zur Seite stehen. Ist es nicht oft so, dass wir die kleinen Dinge des Alltags als selbstverständlich hinnehmen, wie ein freundliches Wort, eine helfende Hand, ein warmes Zuhause, eine Tasse Tee, ein Lächeln oder einen Menschen, der uns einfach zuhört?

Dankbarkeit bedeutet nicht, dass wir alles schönreden oder Schwierigkeiten übersehen müssen. Sie bedeutet vielmehr, dass wir trotz aller Herausforderungen die Spuren Gottes in unserem Leben entdecken.

Nehmen wir den November als eine Zeit der Besinnung an. Erinnern wir uns an die Menschen, die uns vorausgegangen sind. Danken wir für das Gute in unserem Leben. Suchen wir Gottes Nähe in der Stille und lassen wir sein Licht in unseren Herzen leuchten.

Dies ist mein Wunsch für euch in dieser Zeit: Möge der November für euch und eure Familien von Frieden, Vertrauen und Hoffnung erfüllt sein!

So grüße ich euch mit einem Treu Kolping

Euer
Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

 

Foto von Eirik Skarstein auf Unsplash