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Gemeinsam gestalten
Am 01. März 2026 werden das nächste Mal die Pfarrgemeinderäte gewählt. Voraussichtlich über 6000 Kandidierende werden sich zur Wahl stellen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die „Katholische Aktion” aus Italien auch nach Deutschland geschwappt, um das Laienapostolat in der katholischen Kirche zu stärken. So wurden sog. Pfarrausschüsse gebildet, die das Pfarrleben mitgestalteten und in die sich Laien einbringen konnten.
Das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) betonte die enge Zusammengehörigkeit und die gemeinsame Ver-antwortung aller Getauften in Kirche und Gesellschaft. Es forderte auch da-zu auf, beratende Gremien einzurichten, die die verschiedenen Bereiche koordinieren und die apostolische Tätigkeit der Kirche unterstützen (Aa26).
1968 fand die erste Pfarrge-meinderatswahl im Bistum Regensburg statt. Mit der Wahl des Pfarrgemeinderats wird die Mitverantwortung, die jeder Getaufte und Gefirmte hat, zum einen offensichtlich und zum anderen wird ein Teil der Verantwortung an dieses Gremium delegiert.
Was haben nun die katholischen Verbände mit dem Pfarrgemeinderat zu tun?
Die katholischen Verbände sind eigenständig, haben eigene Strukturen und arbeiten zuerst einmal unab-hängig von der Pfarrei. Dennoch sind sie ein Teil des Laienapostolats, da sie den Weltauftrag, den das II. Vatikanische Konzil betont, in die Tat umsetzen. Als Getaufte und Gefirmte versuchen die Verbandsmitglieder den Glauben zu leben und legen dadurch Zeugnis dafür ab.
Katholische Verbände leisten durch ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enorme Beiträge für die Gesellschaft: als Orte, die Gemeinschaft bieten, durch Hilfs- und Beratungsangebote, durch Freizeitaktivitäten und Bildungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in Form von politischem Engagement für Familien, soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz, durch vielfältige Hilfen für Geflüchtete und „Eine Welt”-Projekte.
Viele dieser Themen werden in den Pfarreien von der Pfarrei selbst oder auch von unterschiedlichen Gruppie-rungen und Verbänden „bespielt”. Deshalb ist es sinnvoll, ein Gremium wie den Pfarrgemeinderat zu haben, das die verschiedenen Aktivitäten koordiniert und bündelt. Somit werden Doppelungen vermieden und es sind Synergieeffekte möglich.
Dazu ist es jedoch notwendig, dass Vertreter der Verbände in den Pfarrgemeinderäten vertreten sind, um die erforderlichen Informationen ein-zubringen, Einblicke in das weitere Pfarrleben zu erhalten und daraus An-regungen für ihre eigene Verbandstätigkeit zu gewinnen.
Der Pfarrgemeinderat greift aber nicht in die Eigenständigkeit der verschiedenen Gruppen ein. Die Verbände sollen sich als Teil der Pfarrei verstehen und nicht als Konkurrenz für die pfarrlichen Aktivitäten gesehen werden. Unser Verbandswesen ist eine wunderbare Form des Laienapostolats, das sehr gut geeignet ist, eine Pfarrei lebendig zu machen. Und auch die Verbände profitieren davon: eingebettet in das Pfarrleben werden sie auch für brei-tere Kreise interessant.
Deshalb ergeht der Aufruf, die Pfarrgemeinderäte durch eine Kandidatur zu stärken. Eine hohe Wahlbeteili-gung unterstützt die Kandidatinnen und Kandidaten auch in ihrem zwei-ten Auftrag neben der Koordination des Pfarrlebens, nämlich die Beratung des Pfarrers, ermutigt sie und gibt ihnen Rückhalt.
Bericht: Manfred Fürnrohr
