Komunalwahl

 

Wahlen und unser Leitbild

 

Kommunalwahlen sind wichtig!
Unsere deutsche staatliche und gesellschaftliche Ordnung ist aufgebaut nach dem „Subsidiaritätsprinzip”. Dieses stammt aus der katholischen Soziallehre und besagt: was Einzelne oder kleinere Gemeinschaften auf ihrer Ebene leisten können, das sollen sie auch selber entscheiden dürfen.

Das spiegelt sich wi-der im Staatsaufbau: Die Bundesländer regeln einen erheblichen Teil ihrer Be-lange selbstständig, darüber kümmert sich die Bundesebene um Angelegenheiten, die übergreifende Abstimmung brauchen und die Möglichkeiten der Länder überfordern würden.

Aber auch innerhalb eines Bundeslandes gilt dieses Prinzip: es sind die Kommunen, die in ihrem Wirkungskreis viele Aufgaben erfüllen, die unser tägliches Leben bestimmen, z.B. Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Unterhalt von Schulen und Kitas und anderen sozialen Einrichtungen, Bau und Unterhalt von Schwimmbädern, Sportplätzen und kulturellen Einrichtungen, Fahrradwege oder Personennahverkehr.

In den bayerischen Kommunen finden am 8. März 2026 Wahlen statt, gewählt werden die Mitglieder der Gemeinde- bzw. Stadträte, der Kreistage und in der Regel auch die ersten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Landrätinnen und Landräte für grundsätzlich sechs Jahre. In kleineren Kommunen sind die Gemeinderäte und Bürgermeis-ter ehrenamtlich tätig. Die Kommunalwahlen sind besonders bedeutsam, weil wir hier mitbestimmen können, wie wir unser direktes Lebensumfeld gestaltet haben möchten.

Die Entscheidungsspielräume unserer Städte und Gemeinden sind also groß, allerdings sind ihre finanziellen Spielräume gegenwärtig außerordentlich ange-spannt, so dass genau abgewogen wer-den muss, was man sich noch leisten kann bzw. leisten will. Meckern und Kritisieren hilft da niemandem, sich beteiligen führt zu guten Lösungen.

Es kommt wesentlich darauf an, diejenigen in die Räte zu wählen, die sich für unsere speziellen Erwartungen und Forderungen einsetzen. Für KOLPING ist die “aktive Teilhabe am demokratischen Pro-zess durch die Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen” staatsbürgerliche Pflicht, unser Leitbild geht aber weit darüber hinaus: [3] “… bekennen wir uns zu den Werten des Grundgesetzes … und nehmen gesellschaftliche und politische Verantwortung wahr.” “… will das Kolpingwerk mehr politischen/gesellschaftlichen Mitgestaltungswillen zeigen” [21] – [23].

Der verstärkte Anspruch auf politische Einflussnahme wird besonders deutlich, wenn “ermutigt wird zu zivilgesellschaftlichem Engagement in Organisa-tionen und Initiativen sowie in neuen Formaten, bei Demonstrationen und friedlichem Protest; dies helfe, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und die eigenen Anliegen einzubringen.”

Wie können wir da vorgehen?
Zunächst müssen wir uns darüber klar werden, was wir konkret wollen, was Pfarrgemeinderat und Verbände sich in unserer Kommune ändern und verbessern soll, etwa bei der Kinderbetreuung, für bessere Angebote im Breitensport (Kinder bis Senioren) oder für sichere Schulwege. Gibt es da in unserer Kolpingsfamilie/unserer Pfarrei gemeinsame Vorstellungen?

Dann müssen wir uns die Kandidaten ansehen, sie direkt fragen: wer steht für un-sere Anliegen, wie will sie oder er sie um-setzen? Versprechungen kann man mit den jeweiligen Parteiprogrammen abgleichen – mühsam, aber: Überraschungen sind da nicht ausgeschlossen! Dabei gilt: Extremismus – in welcher Form auch immer – hat bei KOLPING keinen Platz.

Teilnahme an Wahlen ist aber noch nicht alles: zum Markenkern von KOLPING gehört, dass wir uns mit einbringen in die Erfüllung kommunaler Aufgaben. Etwa schon dadurch, dass wir Kontakt halten zu den Entscheidern, dass wir Rückkopplung geben, Mitwirkung anbieten, manchmal vielleicht lästig sind, aber letztlich den Kommunalpolitikern signalisieren: KOLPING ist ein leistungsfähiger und verlässlicher Partner.

Pfarrgemeinderatswahlen
Noch vor der Kommunalwahl, am 1. März, wählen wir in unseren Pfarreien die neuen Pfarrgemeinderäte. Wenn wir uns in die Politik einbringen sollen, dann gilt das ganz besonders für die Gestaltung der Dinge in unserer Pfarrei. Natürlich läuft auch dort nicht immer alles optimal, aber warum lassen wir uns nicht selber als Kandidaten auf-stellen, dann kann es doch nur besser werden!

Der Pfarrgemeinderat ist kein geheimes Kollegium des Pfarrers, son-dern muss eine Kommunikationsdrehscheibe in der Pfarrei sein, die möglichst alle einbindet und möglichst viele Standpunkte und Ideen zusammen-führt, zur Lebendigkeit der Pfarrei wesentlich beiträgt. Natürlich gehen wir zur Wahl, und ebenso halten wir guten Kontakt zu den gewählten Pfarrgemeinderäten!

 

  • Anm.: die Nummern im Text beziehen sich auf das Leitbild von Kolping Deutschland
  • Bericht: Ludwig Rechenmacher, Vorstandsmitglied Kolpingwerk DV Regensburg
  • Foto von Arnaud Jaegers auf Unsplash